Dienstag, 29. Juni 2010

Paul weiß es besser!

(tobi) Paul ist eigentlich Brite, aber die Tommys mag er nicht. Lieber die Deutschen, dabei ist doch bei beiden dasselbe drin. Vielleicht liegt's an den Farben? Schwarz-Rot-Gold gegen langweiliges Rot-Weiß. Ist eigentlich auch egal, Paul hat den Sieg gegen Rooney & Co. vorhergesagt. War ja klar, schließlich hat Paul auch neun Gehirne! Ging entsprechend schnell: Glas angehoben, deutschen Leckerli in seine acht Arme genommen und verputzt.


Auch gegen Australien, Serbien und Ghana lag er mit seinen Tipps richtig, Am Mittag hat sich der berühmteste Tintenfisch Deutschlands Zeit gelassen, viel Zeit, deutlich mehr als gewöhnlich, aber am Ende einen deutschen Sieg gegen Argentinien vorgesagt. Vermutlich in der Verlängerung oder im Elfmeterschießen, mutmaßt eine Sprecherin vom Sea-Life-Center Oberhausen, der Heimat des britischen Achtarms!

Anmerkung des Autors: Eine Fußball-WM ist wahrlich ein feines Event, aber muss man es wirklich so übertreiben? Sorry, Paul!

(Foto gefunden auf und verlinkt mit: http://blog.seattlepi.com)

Montag, 28. Juni 2010

Handballer, Pfandsammler und Popstars

(mpz/tobi) Obacht: Blog7 hat seine beiden internationalen WM-Experten zur Konferenz gebeten mit nur einem Ziel: die AUFFÄLLIGSTE Elf des Turniers zu küren! Tobi Tackling und Mola Mbgebi Mpenzo haben sich die letzten Tage im Redaktionspenthouse eingeschlossen, im Selbstversuch, bei Wasser und Brot und Vuvuzela-Lärm. Herausgekommen ist die ultimative Liste der auffälligsten Paradies-, Spaß- und Pechvögel dieser WM.

TOR
Kim Myong Won (Nordkorea): Hier lag jemand mit der Namensgebung aber mal gründlich daneben! Kim Myong Lost wäre richtig gewesen. Der 27-jährige ist Opfer der Systemkrise Nordkoreas - nicht der politischen, eher der sportlichen. Eigentlich gelernter Stürmer wurde Lost, äh Won, als dritter Keeper nominiert. Wäre beinahe schief gegangen, obwohl bei den gezeigten Schnapperleistungen der Kommunisten-Keeper wäre es wohl ohnehin egal gewesen.

ABWEHR
Loukas Vyntra (Greichenland): Wohl selten hat ein Spieler ein WM-Turnier im Alleingang so schnell entschieden wie der griechische Abwehrgott! Vyntra besiegelte mit drei kapitalen Aussetzern gegen Südkorea in lediglich 20 Minuten das WM-Aus der Gyrosgourmets im allerersten Spiel. Muss man erstmal schaffen! Dafür gibt's eine Wild Card für den Abwehrolymp!

Rigobert Song (Kamerun): Nein, er singt nicht, das Einzige, was in letzter Zeit stetig sinkt, ist Rigoberts Niveau. Dieser extravagante WM-Song landet wohl nicht mehr in den Charts. Unser Tipp: Boygroup mit Portugals Ex-Kicker Abel Xavier gründen - oder direkt zum Umstyling bei Bruce Darnell.

Marcus Tulio (Japan): Von wegen, Coolio: Tulio! Dieser Typ ist zwar kein Rapper, aber trotzdem knallhart unterwegs - der geht keinem Battle aus dem Weg! Seine Frise erinnert an einen Ninja-Fighter, dabei ist Tulio eigentlich ein honigsüßer Zuckerhutzauberer. Hut ab oder besser gesagt: Pferdeschwanz hoch!

Martin Demichelis (Argentinien): Ist in Münchens Partyszene bekannt wie ein bunter Hund, dabei sieht er aus wie ein unzähmbares Gauchopferd. Passt auch zu seiner Mentalität, ackert auf dem Platz wie ein Gaul, gibt sich dabei aber manchmal auch wie ein Esel! Könnte von daher auch Eidgenosse sein, schließlich verbockt er regelmäßig wie ein Schweizer Uhrwerk die Gegentore der Albiceleste.

MITTELFELD
Jean Beausejour (Chile): Von der FIFA-Leinwand auf die große WM-Bühne. Der chilenische Junge hat sich seinen Platz in dieser Elf redlich verdient. Und wer hat's gewusst? Blog7! Und woher? Jaha, vom FIFA-Zocken auf der X-Box! Schnell, trickreich, abschlussstark - seine überzeugenden Leistungen auf der Konsole konnte er in Südafrika bestens konservieren. Nur so geht's!

Siphiwe Tshabalala (Südafrika): In Deutschland würde Tshabalala ja Müller, Meier oder Schulte heißen. Klingt komisch, ist aber so. Also nix besonderes? Doch! Der Mittelfeldspieler hat mit dem ersten WM-Treffer auf afrikanischem Boden heute schon Unsterblichkeit sicher, zumindest in den FIFA-Annalen - und den Herzen der Afrikaner. Im Weltfußball dagegen wird es wohl seine einzige nennenswerte Erwähnung bleiben. Schade, eigentlich. Was für ein Name!

Kevin-Prince Boateng (Ghana): Von Hartz 4 zur WM 2010. Ohne sein fußballerisches Talent würden die Vereine des Ghetto-Gangstas wohl eher VfL Arge Marzahn und TSV Suppenküche Wedding 04 heißen und nicht Tottenham oder Portsmouth. Sein Gangsta-Image wird er dennoch nicht ablegen können, wahrscheinlich wohl nicht mal wollen. Einmal Straße, immer Straße. Und so könnte ihn sein Weg nach den starken Leistungen in Südafrika wohl auch zu so lukrativen Adressen wie "FC Cafe-King Köpenick" oder "Hoyzers Hellersdorf 08" führen. Nur Bayer 04 Leverkusen ist wohl nicht mehr im Verteiler, zumindest bis 2012.

Giovani dos Santos (Mexiko): Ist eigentlich Ronaldinho. Nach seiner Ausbootung in der Selecao hat er sich kurzerhand "umbürgern" lassen. Geht eigentlich nicht, hat sich ja festgespielt bei Dunga und Co. Also: Haare ab, kicken wie beim AC Mailand und noch ein wenig mehr Überbiss, wird schon nicht auffallen. Ist es auch bislang keinem, aber Blog7 entgeht nix! Guter Versuch, Ronaldinho, pardon, Giovani!

STURM
Nicolas Anelka (Frankreich): "Va te faire enculer, sale fils de pute!" - das muss reichen.

Luis Fabiano (Brasilien): Netter Typ, der Luis. Da hat er sich wahrscheinlich gedacht, leiste ich dem Henry mal ein bisschen Beistand. Wenn der französische Handballer schon kaum spielen darf, übernimmt das Goldjuwel von der Copa Cabana eben diesen Part. Vermutlich benutzt er seine Hände dort am Strand ja auch permanent. Beschämend ist solch' Verhalten an der Amüsierküste ja nicht direkt, bei einer Fußball-WM aber allemal. Da hilft es auch nicht, wenn man sich bei Hackentricks permanent ans eigene Schienbein schießt. Fazit: Fabiano spielt Hand in dem Land, wo man zahlt mit Rand - und das ist eine Schand´. Blog7-Tipp: Sammel lieber Pfand, du Handballer!

(Privatfoto Kim Myong Won gefunden auf und verlinkt mit: cosmicdynamics.files.wordpress.com/)
(Bild Jean Beausejour gefunden auf und verlinkt mit: media.share.ovi.com/)

(Panini-Bild Giovani dos Santos gefunden auf und verlinkt mit: ahenning.de/Bilder/)

Sind wir nicht alle ein bisschen Klassiker?

(tobi)  Fußball ist wirklich ein Klassespiel! Aber ist deshalb jedes Fußballspiel auch ein Klassiker? Ja klar, zumindest wenn es nach deutschen Journalisten geht: Deutschland gegen England war der Klassiker schlechthin! Okay, Argumente gibt's genug! Deutschland gegen Argentinien ist der nächste Klassiker! Okay, Argumente gibt's genug! Deutschland gegen Spanien im Halbfinale, ein echter Klassiker! Und dann im Finale gegen die Niederlande,
wenn das mal kein Klassiker ist. Ach ja und nicht nur die Deutschen "klassikern" sich durch's Turnier, auch die südeuropäischen Mannschaften duellieren sich in echten Klassikern!

Portugal hatte den Vorrundenklassiker gegen Brasilien, jetzt kommt der Klassiker gegen Spanien! Spanien hatte den Klassiker gegen die Schweiz und nach dem Spiel gegen Honduras wird man wohl auch in Zukunft vom ewig jungen Klassiker zwischen den Iberern und den Mittelamerikanern sprechen müssen. Hatte Italien eigentlich einen Klassiker? Eher nicht, ist ja auch keine Klassemannschaft, dafür hören sie gerne Klassik, also irgendwie auch Klassiker!


Nicht im klassischen Sinne Klassiker sind die Franzosen, aber zumindest haben sie mal nen Klasse-Abgang abgeliefert! Aber wer ist eigentlich der klassische Klassiker? Ganz klar: Jogi Löw! Er mag Klassik, trägt klassische Klamotten, hat eine Klassemannschaft und auf dem Weg ins Finale nur Klassiker aus dem Weg zu räumen! Klassischer Fall von "absoluter Klassiker!"

Übrigens gibt es kein adäquates Synonym für Klassiker. Kassenschlager, Hit, Verkaufsschlager, Selbstläufer, Topseller oder Reißer passt irgendwie alles nicht zu diesem Klassesport und dieser Klasse-WM! Und überhaupt hätte ich auch gar keine Lust mehr, diesen Text umzuschreiben: Klassischer Fall von Klassikermüdigkeit! Hoffentlich verschwindet die bis Samstag...

(Bild gefunden auf und verlinkt mit: franchipani.de/)

Kein Tor!

(ito) Wird ja wieder viel diskutiert über Fernsehbilder und Tatsachenentscheidungen, über künstlich dumm gehaltene Schieds- und Linienrichter über Tore, die drin waren und klares Abseits - und alle habens gesehen, in der Wiederholung, der 38. Kameraperspektive und in der Super-Zeitlupe sowieso. Alle sehen es zumeist, irgendwann zumindest und sei es zwei Stunden nach dem Spiel in der 3-D-Animation. Alle sehens, außer den Unparteiischen. Und beim Spiel Deutschland - England waren dann sogar die Wiedertäufer am Werk und meinten, Wembley hieße ab jetzt Bloemfontein. Gut, dass Blog7 nach knallharter Recherche den Videobeweis der FIFA im Netz gefunden hat. Der 1966 noch fehlte. Beruhigend zu wissen: Tor ist, wenn es der Schiedsrichter gibt.
Klar zu erkennen: Der Ball ist nicht in vollem Umfang hinter der Linie!

(Repro des FIFA-Videobeweises: Ito Kawasaki)