Freitag, 2. November 2012

In the Middle of Tabelle

(teo) Am 10. Spieltag der Fußball-Bundesliga gastiert die SpVgg Greuther Fürth am Freitagabend um 20.30 Uhr im Frankfurter Waldstadion, das schon lange wie eine zur Fusion stehende Kleinbank heißt. Frankfurt hält sich als Aufsteiger einfach mal beharrlich in der Spitzengruppe, zumal sich die Spitzengruppe nicht wie eine Spitzengruppe verhält, sondern wie ein zusammengewürfelter Haufen. Die Eintracht liegt einen Punkt hinter Schalke, normal. Und vier Punkte vor Dortmund, nicht normal. Dafür fünf Punkte hinter den Bayern, normal - und vier vor Leverkusen, okay. Leverkusen und Dortmund punktgleich, nicht normal. Fürth liegt als Zweitligameister und Aufsteiger auf dem letzten Platz, normal. Punktgleich mit Augsburg, normal. Zwei Punkte hinter VW, Respekt. Und 13 Punkte hinter dem seinerzeit zweitplatzierten Mitaufsteiger Eintracht Frankfurt, häh? Was sagt uns das jetzt über dieses erste Erstligaduell der beiden? Tscha. Eintracht - SpVgg 3:2

Ohne Flagge bringt ja auch keinem was.

(Foto (c): Thomas Ottensmann)

Wenn der Deutsche Meister (nur der BVB!) gegen den VfB Stuttgart antritt, dann werden allüberall noch mal jene acht Tore gezeigt werden, die im letzten Duell im Westfalenstadion das gemeine Fußvolk verzückten. 4:4 hieß es damals, es ging hin und her wie am Bungee-Seil. Alter Schwede, was für ein Spiel. Der VfB hat sich nach Katastrophenstart gefangen, der BVB ist nach einem für seine Verhältnisse schaumgebremstem Beginn mittlerweile wieder in der Spur, aber immer noch mit deutlichem Rückstand auf die Bayern (neun Punkte) und schlimmer, auf Schalke (fünf). BVB - VfB 3:3

Wenn Hannover 96 antritt, dann fliegt die Kuh. Kuriose Tore in der Nachspielzeit. Kuriose Karten für handelsüblichen Torjubel. Hohe Rückstände, hohe Führungen - bei 96 gibt es definitiv keine Garantien für sichere Siege oder deutliche Klatschen. Früher war allein Werder für das Spektakel zuständig, heute sind es die grün-weiß-schwarzen Roten von der Leine. Von alleine wird das Spiel gegen den FC Augsburg sicher nicht gewonnen. Aber die Männer aus der Puppenkiste kommen zumindest mit Rückenwind aus dem gewonnenen Pokalspiel in Münster nach Hannover. 96 - FCA 3:0

Im vorgezogenen Abstiegsgipfel empfangen die Clubberer die Kleinwagenflotte des Volkswagen-Konzerns. Nürnberg nach gutem Start ins Stocken geraten. VW nach kapitalem Motorschaden und anschließendem Zahnriemenwechsel wieder im Rennen. Punktgleich mit Hoffenheim liegen beide gemeinsam in der Problemzone 14 - 16. Kuschlig! Oder Sechspunktespiel. Oder so. FCN - VW 0:0

Apropos Hoffenheim: Im Heimspiel gegen Schalke 04 steht Tim Wiese ja unter anderem deshalb im Kasten des Traditionsvereins, weil man Timo Hildebrand im Kraichgau nicht mehr wollte. Schalke wollte. Ein perfekter Transfer. Schalke mit ganz breiter Brust. Nur noch vier Punkte Rückstand auf die Bayern. In den Herzen des Vier-Minuten-Meisters keimt mal wieder Hoffnung. Berechtigt? Fallig völsch. 1899 - S04 1:2

Borussia Mönchengladbach ist fast am Ziel. Ein, zwei Niederlagen im Europapokal noch, dann kann sich die Elf vom Niederrhein endgültig ganz in Ruhe auf den Klassenerhalt konzentrieren. Dürfte machbar sein. In Istanbul und in Marseille kann man doch mal verlieren - wenn das schon in Düsseldorf gelingt. Am Samstag um 15Uhr30 aber zunächst das Sechspunktespiel gegen einen direkten Mitkonkurrenten: der SC Freiburg kommt. Na und? Dann kommt er eben. Borussia - SCF 1:1

Im Topspiel am Samstagabend um 18.30 Uhr erwartet der HSV die Bayern. So sehen Gegner von Format aus, gerade richtig für den Dino. Ein Hauch von Europapokal weht durch den Volkspark, der längst wie eine Energieoptimierungsgesellschaft heißt. "EnergieEffizienz ist nicht nur Vision, sie ist unser Anspruch!"!, sagt Rafael van der Vaart. HSV - FCB 1:0

Gerade einmal fünf Punkte trennen die rheinischen Nachbarn TSV Bayer 04 Leverkusen und Fortuna Düsseldorf, aber trotzdem liegen sieben Plätze zwischen Baum und Borke. Apropos sieben: In neun Spielen könnte man theoretisch öfter einnetzen, als der Aufsteiger. Dann dürfte man allerdings nicht ganz so oft torlos remisieren. Bayer 04 - Fortuna 0:0

Seit Hannover 96 in der Bundesliga offiziell für Spektakel, Zirkus und Torhagel-Spiele zuständig ist, hat sich das oftmals so hektische Leben an der Weser beruhigt. Werder in the Middle of Nowhere, genauer: in the Middle of Tabelle. Drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Drei Punkte Rückstand auf den Quali-Platz für die Europa League. Dort steht der 1. FSV Mainz 05, der am Sonntag an der Weser aufschlägt. Sechspunktespiel! SVW - FSV 2:2 

Montag, 29. Oktober 2012

Lazarus 2.0

(teo) Wiederauferstehung für Fortgeschrittene. Gladbach spielte in Hannover schwedisch, schoss drei Tore in neun Minuten und krempelte das Spiel nach einem 0:2 in den letzten 20 Minuten noch auf links. Es war die erste Heimniederlage der Roten mit den grün-weiß-schwarzen Vereinsfarben seit November 2011. Geht aber noch besser: Die Werkself des TSV Bayer 04 aus Leverkusen triumphiert erstmals seit der Stummfilmzeit in München und lässt auf Schalke den Puls steigen. Vier Punkte Abstand auf die Bayern. Geht da was?


So isses. Immer noch.

(Handy-Fotto (c): Hacky Wimmer)
Eintracht Frankfurt verliert zum zweiten Mal hintereinander auswärts. Fürth gewinnt wieder nicht zu Hause. Düsseldorf vergeigt von zwei Heimspielen hintereinander zwei Heimspiele hintereinander. Hoffenheim kriegt Haue. Dortmund gewinnt in Freiburg. Der HSV hat zur Form des Saisonstarts zurückgefunden. Stuttgart gewinnt weiter und schiebt es auf die Wut der Fönfrisur und Lorenz Günter Köstner hofft mal wieder auf den Chefsessel. Und muss doch sicher zurück auf den Klappstuhl. Die Sehnsucht nach Großen Namen ist in der Autostadt einfach zu ausgeprägt. Bei VW fährt man eben Phaeton. Und nicht Up! Basta. Apropos Hannover: 96, letztens noch stramm auf Europakurs, steht als Zehnter nun drei Punkte überm Strich. Also, dem Relegationsstrich. 

Gladbach als Neunter (mit einem Punkt Vorpsrung vor den Niedersachsen) lediglich drei Punkte vom BVB (4.) entfernt. Erstaunliche Tabelle nach dem ersten Saisonviertel. Aber sonst stünde ja nicht 'Bundesliga' drüber. Leverkusen gewinnt bei den Bayern, Gladbach in Hannover. Wer das tippte, der hat hoffentlich am Wochenende auch Lotto gespielt. Wir erwarten in der blog7-Redaktion ja nicht viel. Aber eine Postkarte von den Malediven wäre schon irgendwie nett. 

Freitag, 26. Oktober 2012

Ganf fön teuref pflufflicht

(teo) Vor dem 9. Spieltag der Fußball-Bundesliga schalten wir zunächst in die Wirtschaftsredaktion. Wie durchsickerte ist VW ein ganz besonderer Coup gelungen. Das teuerste Schlusslicht der Welt hat bei der DFL einen Antrag auf Umbenennung des Mount Magath gestellt. Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen hieß es, der Quälberg neben dem Stadion solle definitiv aber nicht in Köstner-Berg umgetauft werden. Hm. Wie dann? Neururer-Berg? Man steckt nicht drin. Zurück zum Sport. Im Freitagabendspiel muss der HSV zum FC Augsburg. Ganf fön fön, sagt da der Ping-Pinguin zum Urmel. Ganz schön schön, sagt da der Trainer-Newcomer Markus Weinzierl in der Mixed Zone. FCA - HSV 1:0

Wenn der FC Schalke 04 gegen den Club antritt, dann spielen der Altmeister gegen den Altmeister. Weil beide Clubs vor etwa 236 Jahren viele, viele Male Meister wurden, sind die Fans heute noch befreundet. Vergangenheit verpflichtet. Die knappen Knappen nach einer Woche der Wunder nun wieder im Bundesliga-Trott. Nürnberg feierte mit einem begeisternden 0:0 gegen Augsburg unlängst Wiederauferstehung. Naja, so was Ähnliches. Manchmal ist wenig eben viel. S04 - FCN 4:0

Dem BVB ist in letzter Sekunde ein spektakulärer Neuzugang gelungen. Jürgen Klopp sprach nicht umsonst von "Deutschlands bestem Linksverteidiger". Christian Fuchs spielt aber bei Schalke. Und Filip Daems in Gladbach. Hm. Muss wohl Phillip Lahm meinen. Aber fiel der nicht letztens noch im Bayern-Trikot? Man muss ja nicht alles verstehen. Apropos: Ein Heimsieg gegen Real Madrid ist schön, aber die Saison ist nach der Heimschlappe gegen Schalke nichtsdestoweniger über der Wupper. In Freiburg soll nun Real 2.0 gespielt werden. SCF - BVB 1:1

Was macht eigentlich Boris Vukcevic? Fortschritte? Gut. Sehr schön. Dann wird er sich über den Punkt in Mainz sicherlich freuen. 05 - 1899 0:0

Werder Bremen ist wieder wer. 4:0 gegen Gladbach, hui! In Fürth will sich Werder jetzt weiter mausern. Fürth will weiter Bundesligaformat nachweisen. Beides ist denkbar, aber schwierig. Aber warum nicht wenigstens versuchen? Eben. Weitermachen. SpVgg - SVW 1:2

Wer seine Mannschaft bei einem 0:5 zuhause feiert, der kann von Heimschlappen gar nicht genug bekommen. Oder von seiner Mannschaft. Oder von Bundesligafußball. Oder von Fernsehübertragungen. Man weiß es nicht. Das Düsseldorfer Publikum ist jedenfalls, sagen wir mal, ungewöhnlich. Aber es ist heutzutage ja gar nicht mehr so unüblich, dass die Party auf den Rängen manchmal einfach nur vom nervigen Geschehen auf dem Rasen gestört wird. Wolfsburg kommt mit der Empfehlung von zwei Toren, fünf Punkten und der teuersten Trainermanagervorstandsentlassung der Firmengeschichte. Fortuna - VW 2:0 

Endlich wieder drei Sonntagsspiele! Der VfB Stuttgart hat sich in der Europa League nicht direkt mit Ruhm bekleckert. Aber - mit Verlaub! - am Arsch geleckt. Wie die letzten Deppen sind sie auch nicht gerade aufgelaufen. Eher wie handelsübliche Stuttgarter. Zuhause gegen Frankfurt wartet nun ein dickes Brett, das auch erst mal gebohrt werden will. Der Aufsteiger verteidigt hartnäckig den zweiten Platz, verliert aber auch gerne mal bei kriselnden Fanta-Liga-Teilnehmern. VfB - Eintracht 2:1

Wenn Bayern München gegen Bayer Leverkusen spielt, werden gerne die Archive gewälzt. Bilder von Rüdiger Vollborn, Christoph Daum, Jens Nowotny und Ulf Kirsten flimmern dann in schwarz-weiß durch die Sportschau. Ja, manchmal hat Bayer 04 nicht verloren, wenn es in München um Punkte ging. Aber zumeist ging es in München nur um die Höhe der Niederlage. Das ist doch die Höhe, höre ich aus dem Off. Jawoll. Bayern - Bayer 4:0

In Hannover an der Leine, Rote Gasse Nr. 8 wohnt der Massenmörder Haarmann, der die Menschen umgebracht. Endlich mal ein Chant, der nicht in jedem x-beliebigen Stadion der Republik zu hören ist. Nein, diesen Fanchorus gibt es nur in Hannover, wo man halt stolz auf seine Promis ist. Warte, warte nur ein Weilchen, sagte sich Martin Kind zunächst, dann wird sich der Kult um den Massenmörder von der Leine in der 96er Fanszene von alleine legen. War aber nicht so. Also wurde ein entsprechendes Betttuch mit Stadionverbot belegt. Ruhe im Karton. Oder so. Hannover im Cup der Verlierer wieder mal mit einem speziellen Spiel. Dem Gegentor in der Nachspielzeit setzten die leistungsflexiblen Roten in den grünweißschwarzen Trikots ein Tor in der Nachspielzeit der Nachspielzeit entgegen. Cup der Verlierer? Wie gemacht für Borussia Mönchengladbach. Aber die Franzosen sind ja keinen Niedersachsen. Wäre ja noch schöner. 96 - Borussia 4:0

Montag, 22. Oktober 2012

Auswärtsdeppen und Europacupverweigerer

(teo) Deutscher Meister wird also der FC Bayern München. Zum gefühlten 91. Mal. Briefköpfe werden in Oberbayern schon lange nicht mehr geändert. Wenn jedes Schreiben vor lauter Kopf erst auf der zweiten Seite beginnen kann, dann hat da ja unterm Strich wirklich niemand was davon. Spart zudem bares Geld. Was Wunder, dass der deutsche Rekordmeister, Rekordpokalsieger und Rekordrekordhalter ein so dralles Festgeldkonto hat. Clever!

Schönste Rückennummer wo gibt.

(Handy-Fotto (c): Thomas Ottensmann)
Sonst noch? Jürgen Klopp nimmt nach der Jogi-Löw-Gedächtnis-Taktik die Derby-Schlappe gegen die Bundesligaelf des FC Gelsenkirchen Schalke 04 e.V. auf seine Pöhler-Kappe. Und grübelt weiter.

Jogi Löw sagt das Sportstudio selbst (!) telefonisch (!) und högschdpersönlich (!) ab. Verschnupft. Tja, das wussten wir auch am späten Dienstagabend schon. 

Der HSV verweigert den Sprung auf die Europapokalplätze wie ein Pferd, dass nur zum Geburtstag mal den Oxer nimmt. Allerdings nur bei Sonnenschein.

In Gladbach scheint keine Sonne mehr. Ohne Reus nix leus. Immer noch nicht. Nach dem 0:5 in Dortmund jetzt nur noch 0:4 in Bremen vergeigt. Es geht also auswär.., ähem aufwärts. Trotzdem maulen jetzt schon die Fans. Und der Sportdirektor druckst rum. Und der Trainer ist ja quasi seit seinem Amtsantritt in einer Punxsutawney-Schleife ("Ein schweres Spiel, eine schwere Saison, eine schwierige Situation. Aber das wussten wir.") Wissen ist Macht, schon klar. Macht aber nicht unbedingt zufriedener.

Frankfurt siegt einfach munter weiter, Hannover kann kein auswärts und in Hoffenheim hatten 1899 und Greuther Fürth offenbar ein paar Tage zuvor die Skandinavier genauer beobachtet als weiland Hansi Flick. 3:3 in einem flotten Spiel, Respekt.

Augsburg entführt einen Punkt bei angststarren Nürnbergern. Und Freiburg gewinnt gegen VW. Sicher, ungefährdet und irgendwie schon cool. Man hat sich schon über weniger gefreut. Sonst noch? Jep: Wutreden schießen halt doch Tore. Stuttgart gewinnt in Hamburg. Verdient. Zu niedrig. Nach der Krise ist vor der Krise.

In Düsseldorf feiert das Publikum die Fortuna für eine noch deutlich zu niedrige 0:5-Heimklatsche. Weil sie in der 1. Bundesliga stattfindet und der Gegner deutscher Rekordmeister, Rekordpokalsieger und Rekordrekordhalter ist. So geht Unterstützung heute.

Was vergessen? Ach so. Hat eigentlich jemand Felix Magath gesehen?