Donnerstag, 3. November 2011

Ohne Schlüsselspieler

(teo) Der 12. Spieltag der Fußball-Bundesliga findet ohne Super-Chefchen statt. Aber das nur am Rande. Schlüsselspieler, die sich gleichnamige Beine brechen, sind natürlich ein Handicap. Aber die Liga außerhalb des FC Bayern, die sogenannte Bundesliga, spielt einfach weiter, als sei nichts geschehen. Irgendwie gemein. Aber gut.

Am Freitagabend erwartet der 1. FSV Mainz 05 mit seinem vergrätzten Trainer Thomas Tuchel den VfB Stuttgart. Mainz ist in der neuen Coface-Arena bislang noch nicht richtig angekommen. Zuletzt gab es fünf Heimniederlagen in Folge. Das Tabellenende ist nur zwei Punkte entfernt. Das hat die Laune des Trainers jetzt nicht direkt verbessert. Das Wochenende wird eine dunkle Wolke. FSV - VfB 0:2

Der Deutsche Meister von 2011 (nur der BVB!) gegen den Deutschen Meister von 2009. Wenn das kein Knaller ist. Jürgen Klopp gegen Felix Magath, ein elektrisierendes Duell! Jürgen Klopp konnte nur einen dieser elf Vergleiche gewinnen, hat aber schon sieben Mal verloren. Schreibt ein Fachmagazin. Jetzt spielt ja nicht direkt Klopp gegen Magath, sondern Dortmund gegen Wolfsburg. Dritter gegen Zwölfter. Die Gelegenheit ist günstig für Klopp. BVB - VfL 3:1

Im Stadion, das lustigerweise immer noch so heißt wie der Fluss, der es umschlingelt, tritt Werder Bremen gegen den 1.FC Köln an. Werder ist in der Spitzengruppe mit dabei, tritt Woche für Woche ausgeruht an, ohne diese lästigen Pokal- und Europapokalspiele unter der Woche. Ein Vorteil! Nun gut, gegen Köln jetzt nicht direkt, denn dem FC geht es ja ähnlich. Zuletzt im Europapokal kurz nach dem Krieg, gefühlt. Entscheidende Frage: Wie geht es Lukas Podolski am Samstag um 15.30 Uhr im Weserstadion? Wer weiß. Werder - FC 3:2

Wenn der 1. FC Nürnberg gegen den SC Freiburg spielt, dann ging das in den letzten beiden Spielzeiten nicht gut aus. Zehn Punkte aus vier Spielen holte der Klub aus dem Schwarzwald gegen den Club von der Noris. Hat diese Bilanz auch am Samstag Bestand, wenn sich der SC als Tabellenletzter beim Tabellenvierzehnten vorstellt? Gute Frage, nächste Frage. Für wen werden eigentlich diese ganzen Statistiken erstellt? FCN - SCF 2:1

Der Traditionsverein 1899 Hoffenheim erwartet den anderen Traditionsverein 1. FC Kaiserslautern und freut sich, dass in Sinsheim und nicht am Betzenberg gekickt wird. Schließlich hat die SAP-Werkself zuletzt dreimal in Folge auswärts vergeigt. Lautern ficht das nicht an. Der FCK hat schon auf Schalke gewonnen. Warum also nicht in Sinsheim? Eben. TSG - FCK 2:1

In dem Stadion, dass immer noch so heißt wie vor 75 Jahren, als es erbaut wurde, spielt Hertha BSC am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach. Die Hertha als Aufsteiger recht gut angekommen in Liga 1. Gladbach als Fastabsteiger auch. Vier Punkte Unterschied und vier Plätze, das ist nichts. Berlin will dieses Nichts noch verkleinern. Die Borussia dürfte was dagegen haben. Einen Marco Reus, beispielsweise. Hertha - Borussia 1:1

Was war denn da los, in der Sky-Planungsredaktion? Bayer Leverkusen gegen HSV - das ist das Top-Spiel am Samstagabend. Hört sich nach einer echten Bundesligapaarung an. Einsilbige Trainer hüben (Dutt) wie drüben (Fink), obwohl man beim klopp-ähnlichen Hamburger Übungsleiter darüber trefflich streiten kann - oder beredt schweigen. Wo waren wir gerade? Ach so: Für wen werden eigentlich diese ganzen Statistiken erstellt? Leverkusen gewann von den letzten sechs Heimspielen gegen den HSV nur eins, verlor zuletzt gegen Schalke daheim. Und jetzt? Bayer - HSV 1:2

Am Sonntag treffen die beiden Eurofighter im direkten Duell aufeinander. Zahlen und Fakten? Gern: Hannover 96 ist zu Hause noch ungeschlagen. Schalke vermeidet es, die Punkte zu teilen. Entweder wird gewonnen oder verloren. So einfach ist das. Sieben Siege, 21 Punkte. Hannover als Siebter nur drei Punkte hinter Schalke. Ein Sechspunktespiel! 96 - S04 2:2

Wenn sich der Schlüsselspieler das gleichnamige Bein bricht, dann ist die Hinrunde für Bastian Schweinsteiger zwar gelaufen, aber ob der Rekordmeister Bayern München sich in der derzeitigen Form davon wirklich aufhalten lassen wird, ist fraglich. Obwohl am Sonntag zum Abschluss des Spieltages das schwere Auswärtsspiel beim starken Aufsteiger FC Augsburg auf dem Spielplan steht. Ein bayrisch-schwäbisches Derby! Eine erste Nagelprobe für die chefchenlosen Bayern! Eine Erstauflage! FCA - FCB 0:3

Montag, 31. Oktober 2011

Im Zeichen der Burg

(teo) Nach dem 11. Spieltag in der Fußball-Bundesliga ist alles wie immer: Bayern München verliert selten zweimal hintereinander, der HSV kommt auch mit dem Klopp-ähnlichen Trainer nicht aus den Pötten und Lukas Podolski scheint für den 1.FC Köln die Lebensversicherung zu sein. Doch damit nicht genug: Schalke schießt drei Rumpeltore und darf sich jetzt Primus inter pares nennen, hinter der Bayern-Liga, versteht sich.

Der Deutsche Meister (nur der BVB!) holt auswärts einen Punkt mit Verspätung und Hertha gewinnt locker in Wolfsburg. Und sonst? Augsburg scheint auf direktem Rückweg in Liga 2, Freiburg auch mal wieder und sowohl Nürnberg als auch Mainz haben sich wieder in der eigentlich angestammten Tabellenregion etabliert. Gladbach hingegen nicht, denn die Borussia-Lebensversicherung heißt Marco Reus. Hannover kann es verschmerzen, denn das Mittelfeld von 2 bis 11 ist lediglich fünf Punkte auseinander gezogen.

Die Abstiegsplätze stehen immer noch ganz im Zeichen der Burg: Freiburg, Augsburg, Hamburg.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Unnötige Siege und nötige Niederlagen

(hai) Zum Auftakt des 11. Spieltags der Fußball-Bundesliga empfängt der SC Freiburg den TSV Bayer 04 Leverkusen am Freitagabend unter Flutlicht. Oder war es Rotlicht? Hm, nein, die Laterne des Tabellenletzten ist ja eher ne Funzel, die so eben für den Weg in die 2. Liga reicht. Egal, der Tabellenletzte weiß nicht erst seit der unnötigen Niederlage in Kaiserslautern, dass diese Saison eine schwierige werden wird. Auch in Leverkusen herrscht alles andere als Zufriedenheit. Nach der unnötigen Heimschlappe gegen Schalke liegt die Werkself lediglich auf Platz 9, acht Punkte hinter dem Rekordmeister (FC Bayern) und fünf Punkte hinter dem Deutschen Meister (nur der BVB). Dabei wollte Leverkusens neuer Trainer Dutt doch gerne selbst Meister werden. Hm, vielleicht später. SCF – Bayer 04 1:2

Endlich mal wieder ein Süd-Derby. Im knallroten Münchner Gummiboot erwarten die Bayern den 1. FC Nürnberg. Zehn Punkte und zwölf Plätze Unterschied. Alles andere als ein klarer Heimsieg des Tabellenführers wäre also eine Überraschung. Die Clubberer stecken nach einem Saisondrittel in dem Schlamassel, den Nürnbergs Trainer Hecking so gerne ein zweites Jahr in Folge verhindern wollte. Muss man wohl am 12. Spieltag weiter dran arbeiten. FCB – FCN 4:0

Gegen den Angstgegner 1899 Hoffenheim geht es für den FC Schalke 04. Die Traditionsmannschaft aus dem Kraichgau hat gegen Schalke erst ein einziges Mal verloren! Könnte daran gelegen haben, dass sich Ralf Rangnick auf Schalke ohnehin bestens auskannte. Zum Wiedersehen mit seiner Ex-Mannschaft kommt es ja nun nicht. Aber auch Holger Stanislawski dürfte gerne bei den Königsblauen gewinnen wollen. Denn beide Teams trennen gerade mal zwei Punkte. Endlich mal wieder ein Sechspunktespiel. S04 – TSG 2:3

Zwischen dem VfB Stuttgart und dem BVB (Deutscher Meister) liegen derzeit keine Welten. Sondern lediglich zwei Mannschaften (Schalke, Hannover) und zwei Punkte. Im Direktvergleich hat Stuttgart die Nase weit vorn: 38 Siegen stehen bei 20 Remis nur 28 Niederlagen entgegen. Was sagen uns diese Zahlen? Hm. Gute Frage. Stuttgart ist gut drauf, der BVB auch, wenn es in der Liga um Punkte geht. Interessantes Duell auf Augenhöhe. VfB – BVB 2:2

Wenn Borussia Mönchengladbach gegen Hannover 96 kickt, dann fallen gerne viele Tore. In der vorletzten Saison schoss Hannover in Gladbach sechs Tore, verlor aber 3:5. Im Rückspiel ließ sich Gladbach dann ohne Gegenwehr mit 1:6 in Hannover überrollen. 22 Siege für die Borussia stehen bei nur 12 Niederlagen gegen Hannover zu Buche. Heißt das was? Ach, woher. VfL – 96 1:1

Zu einem rassigen Duell kommt es in der Autostadt. Der VfL Wolfsburg empfängt Hertha BSC Berlin. Platz 10 gegen Platz 11. Punktgleiche Tabellennachbarn am Scheideweg zwischen oberer Tabellenhälfte und Problemzone. Mit einem kräftigen Hauch Zweitligaatmosphäre. Aber warum die Sky-Macher dieses Knallerspiel nicht direkt zum Topspiel des Tages gemacht haben, wird eines der ungelösten Rätsel der Bundesliga-Geschichte bleiben. VW – Hertha 2:1

Wenn allerdings der 1. FSV Mainz 05 in der heimischen Coface-Arena gegen den SV Werder Bremen antritt, dann haben die Macher in der Münchner Bezahlfernseh-Zentrale  ja quasi keine Wahl: Top-Spiel! Mainz nur zwei Punkte vom Tabellenende entfernt, Werder nur zwei Zähler vom zweiten Tabellenplatz. Mainz hat von zehn Spielen gegen Werder nur zwei Spiele gewonnen und zwei remis gespielt. Magische 2! Soll aber unbestätigten Meldungen zufolge seltsamerweise nicht zwei, sondern doch drei Punkte für einen Sieg geben. FSV – Werder 0:2

Was vergessen? Echt? Hm. Nun gut, der 1. FC Köln kam zwar beim BVB mächtig unter die Räder und verabschiedete sich anschließend in Sinsheim auch sang- und klanglos aus dem DFB-Pokal, spielt aber entgegen anderslautender Meldungen doch noch in der 1. Liga. Der FC Augsburg auch. Noch. Der Eff-Ceh hat zuletzt Hannover daheim geschlagen. Weil Lukas Podolski Lust hatte. Wie sagte er zuletzt? Wer als Profi keine Lust auf Fußball habe, solle am besten gar nicht erst auf den Platz gehen. Hoffentlich hat das in der Kölner Kabine keiner gehört. Bringt ja auch keinen weiter, wenn Köln nun regelmäßig zu viert aufläuft. Augsburg ist beliebt. Schließlich verteilt der Aufsteiger großzügig Marionetten aus der Puppenkiste statt kleiner Wimpel. Und meistens noch die Punkte. FC – FCA 4:0

Sonst noch? Der HSV spielt mit seinem neuen, Klopp-ähnlichen Trainer gegen den 1.FC Kaiserslautern. Mit einem Heimsieg gegen die Pfälzer könnte der Dino einen Befreiungsschlag landen und nach Punkten gleichziehen. Mit der Leistung aus dem Pokalspiel in Trier würde es allerdings selbst gegen die weinroten Teufel wohl eng. Doch die Liga hat ihre eigenen Gesetze. HSV – FCK 0:0

Neustart nach dem Zehnten

(teo) So schnell kann es gehen. Mal eben den 1.FC Köln vom Platz fegen und schon zum Bayern-Jäger Nr.1 werden. Der Deutsche Meister (nur der BVB!) ist wieder da. Und Dortmund wird sich ja auch bald ganz auf die Liga konzentrieren können, ohne diese lästigen Europapokal-Ausflüge. Dann müssen sich die Bayern aber richtig warm anziehen. Kurzärmelig mit Handschuhen wird da nicht mehr reichen.

Nach dem 5:0 gegen Köln ist Dortmund also wieder in der Spur. Die Bayern kassieren in Hannover eine 1:2-Schlappe und zeigen, dass sie im Ausnahmefall auch verwundbar sind. Dass Gladbach das ist, wurde in Hoffenheim mal wieder deutlich. Wenn Marco Reus mal einen schlechten Tag hat, dann ist die Borussia nur die Hälfte wert. Wenn überhaupt. Platz 7 hat Gladbach jetzt auf Normalmaß zurechtgestutzt.

Schalke gewann glücklich in Leverkusen und liegt nur vier Punkte hinter Bayern. Seltsame Liga. Und der HSV hat die Rote Laterne an den SC Freiburg weiter gereicht, der zu ängstlich war, um in Kaiserslautern zu punkten. Muss man auch erst mal schaffen. Zwischen Dortmund und Köln lagen am Wochenende fünf Spielklassen (wenn man Lukas Podolski glaubt). Jetzt trennen die beiden zwar neun Plätze, aber lediglich sechs Punkte. Und ebenso viele Zähler trennen den Tabellenzwöften aus der Domstadt vom Tabellenende. Die Liga ist nach dem Spieltag mit vier Unentschieden noch enger zusammengerückt. Also spielen wir mal ne Runde Pokal. Da gibt's kein Remis.